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ÖFB-Frauen ohne Druck ins Frankreich-"Freispiel"

LAOLA1 Foto: ©

Die ÖFB-Frauen stehen im zweiten Gruppenspiel der EURO 2017 in den Niederlanden vor einer echten Herkules-Aufgabe gegen Frankreich (Sa., 20:45 Uhr in Utrecht).

"Les Bleus" gelten als EM-Mitfavorit und härtester Herausforderer von Titelverteidiger Deutschland, erstmals will der Weltranglistendritte einen Titel holen.

"Sie sind ein absolutes Weltklasseteam, noch einmal ein bis zwei Klassen stärker als die Schweiz. Uns erwartet eine Riesenchallenge", sagt ÖFB-Teamchef Dominik Thalhammer.

Quasi der CL-Sieger

Gleich acht Spielerinnen der Truppe von Coach Olivier Echouafni verdienen bei Champions-League-Sieger Olympique Lyon ihr Geld, vier weitere spielen bei Finalverlierer PSG. Das in der EM-Qualifikation mit acht Siegen und 27:0-Toren makellose Team versteht sich alleine deshalb fast blind. Im hochdekorierten Kader scheinen nur zwei Legionärinnen auf. 

"Sie haben spielerisch eine überragende Mannschaft mit viel individueller Klasse", skizziert Mittelfeldspielerin Lisa Makas. Und Kapitän Viktoria Schnaderbeck weiß: "Da wird eine andere Qualität auf uns zukommen."


Nina Burger im LAOLA1-Wordrap:

(Text wird unterhalb fortgesetzt)


In der französischen Abwehr sticht Kapitänin Wendie Renard hervor. "Wir haben Respekt, aber sie kocht auch nur mit Wasser", betont ÖFB-Stürmerin Nicole Billa.

Änderungen durch neuen Trainer

Trainer Olivier Echouafni übernahm das Team erst im September, mit einer guten EM will sich der Ex-Trainer der Männerteams von Amiens und Sochaux auch für einen Verbleib bis zur WM empfehlen, die dann im eigenen Land ausgetragen wird.

"Unter ihm spielen wir einen offensiveren Fußball", gibt Teamstütze Eugenie Le Sommer Einblick. 

Der 44-Jährige Trainer hat viel Lob für das ÖFB-Team übrig: "Ich habe viele Spiele von Österreich gesehen und war daher nicht überrascht über den Sieg gegen die Schweiz. Sie sind sehr kompakt, diszipliniert und haben Qualität durch ihre Schnelligkeit."

Kein Druck im "Freispiel"

Auch dank der drei Punkte im Gepäck kann die ÖFB-Auswahl gelassen in die Partie gehen. "Wir haben gar keinen Druck", verlautet Virginia Kirchberger.

Die Nervosität hält sich bei ihr in Grenzen. "Ich bin nervöser, wenn wir Favorit sind. So geht man mit dem Gefühl rein, Spaß daran zu haben den Gegner zu ärgern", gibt die Abwehrspielerin Einblick.

Das Match ist so etwas wie ein "Freispiel" vor dem Duell mit Island am Mittwoch in Rotterdam. Auch deshalb wird die angeschlagene Sarah Zadrazil, die am Freitag bereits wieder sprinten konnte, wohl fehlen, um kein Risiko im Hinblick auf das "Gruppenfinale" einzugehen.


Manuela Zinsberger im LAOLA1-Wordrap:

(Text wird unterhalb fortgesetzt)


"Sie macht große Fortschritte, wir werden aber sicher nichts riskieren", sagt ÖFB-Teamchef Dominik Thalhammer am Freitagabend vor dem Abschlusstraining über Sarah Zadrazil.

Viktoria Schnaderbeck sei die logische Alternative. Virginia Kirchberger und Carina Wenninger hätten in der Innenverteidigung gegen die Schweiz gut gespielt. "Es gibt keinen Grund, da etwas zu ändern", so Thalhammer.

Noch nie gegen Frankreich gewonnen

Dass es ganz schwer ist, gegen die Französinnen zu bestehen, wissen die ÖFB-Kickerinnen aus der Vergangenheit. In fünf Duellen gab es immer Niederlagen.

Abschießen ließ man sich aber nie. Nach einem Test-1:4 in Bonneuil-sur-Marne 1999 gab es in der WM-Qualifikation für 2007 zu Hause ein 1:3, auswärts ein 1:2. Auf dem Weg zur WM 2015 gab es zweimal ein 1:3.

Aus dem letzten Spiel in Le Mans schöpft Thalhammer auch Hoffnungen. "Damals hatten wir nach 25 Minuten eine Riesenchance. Wenn man da in Führung geht, kriegt auch der Favorit vielleicht Probleme, wird nervös", so der ÖFB-Coach.

Vom Viertelfinale zu reden ist im ÖFB-Lager indes tabu. "Es ist so, dass wir nur von Spiel zu Spiel schauen", betont Thalhammer einmal mehr. Mit der Tabelle könne man sich nach der Partie gegen die auch deutlich routinierteren Französinnen beschäftigen. "Dann schauen wir, wie die Chancen sind, weiterzukommen", sagt der 46-Jährige.

Fakt ist, dass vielleicht sogar sechs Punkte für den Aufstieg zu wenig sein könnten.

 

Frankreich - Österreich

Samstag, 20:45 Uhr, Utrecht, Stadion Galgenwaard, SR Jana Adamkova (CZE)

 

Frankreich: Bouhaddi - Houara-d'Hommeaux, Georges, Renard, Karchaoui - Abily, Henry, Bussaglia - Thomis, Le Sommer, Diani

Ersatz: Philippe, Gerard - Perisset, Tounkara, M'Bock Bathy, Toletti, Lavogez, Geyoro, Catala, Thiney, Delie

Fraglich: Le Bihan (Knöchelverletzung)

 

Österreich: Zinsberger - Schiechtl, Kirchberger, Wenninger, Aschauer - Puntigam, Schnaderbeck - Feiersinger, Billa, Makas - Burger

Ersatz: Pfeiler, Größinger - Georgieva, Naschenweng, Maierhofer, Eder, Prohaska, Dunst, Klein, Pinther, Enzinger

Fraglich: Zadrazil (Einriss des vorderen Syndesmosebandes)

 

Ebenfalls am Samstag (18:00 Uhr/Doetinchem): Island - Schweiz


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